KULTURRETTER:INNEN

Wie Kultur vor dem Vergessen gerettet und damit Widerstand gegen das NS-Regime geleistet wurde

In der multimediale Wanderausstellung KULTURRETTER:INNEN lernen Besucher:innen außergewöhnliche Menschen und ihre Nachfahr:innen kennen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, Kultur bis in die Gegenwart gerettet und damit Widerstand geleistet haben. 

Durch die persönlichen Geschichten von acht Kulturretter:innen aus vier Generationen schafft die Ausstellung einen interaktiven und zeitgemäßen Zugang zur NS-Geschichte: Die Kulturretter:innen versteckten Diamanten und verteilten heimlich Flugblätter, sie retten Musik vor dem Vergessen, verarbeiten Erinnerungen in Kurzgeschichten und Comics, verwandeln Emotionen in Kunstwerke, erforschen Familiengeheimnisse und verlegen Stolpersteine. Ihre Geschichten machen Geschichte greifbar und empowern. 

Kultur ist wie ein Netz, das uns mit anderen Menschen verbindet. Im Nationalsozialismus wurde dieses Kulturnetz stark beschädigt, Kultur wurde zerstört und geraubt, Menschen verdrängt und ermordet. Mit unserer Ausstellung zeigen wir mutige Menschen, denen es gelungen ist, Teile dieses Kulturnetzes zu reparieren”, sagt Dr. Ljiljana Heise, Kuratorin der Ausstellung.

Die Ausstellung bietet insbesondere für junge Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu den Themen Aufarbeitung und Ausgrenzung: Die Besucher:innen erleben die Geschichten der Kulturretter:innen in Videos, Fotos, Graphic Novels und Hörspielen. Sie werden an interaktiven Stationen gefragt: “Was ist Kultur für Dich und was würdest du retten?” oder “Wann wärst du gerne mutiger gewesen?” Schulklassen können für den Besuch individuelle Termine vereinbaren.


> Do, 21. 03. – 18:00 Uhr/Halle C01 Lesung & Gespräch: Nora Hespers
Nora Hespers liest in der Ausstellung aus ihrem Buch MEIN OPA, SEIN WIDERSTAND GEGEN DIE NAZIS UND ICH.  Nora Hesper wächst mit dieser Geschichte auf: Ihr Opa, der Widerstandskämpfer Theo Hespers, wurde von den Nazis ermordet. Ihr Vater erzählt es immer wieder. 2012 wird Nora plötzlich wieder auf ihren Großvater angesprochen. Opa Theo hat sogar einen Wikipedia-Eintrag. Nora beginnt zu forschen. Sie liest Verhörakten, produziert einen Podcast und schreibt ein Buch. Sie nimmt Kontakt mit ihrer eigenen Familiengeschichte auf und fragt: Was können wir aus dem Widerstand von damals für das Heute lernen? 

> 05.04. – 14:00 – 16:00 Uhr/Lindenau:  Stadtteilrundgang: Zwangsarbeit
In diesem Rundgang erhalten die Besucher:innen eine Einführung in das Thema Zwangsarbeit. Es werden ausgewählte Orte aufgesucht, an denen Zwangsarbeiter:innen unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten mussten. Dabei stehen nicht nur die Lagerorte und Arbeitsstätten im Fokus, sondern auch der Alltag der Zwangsarbeiter:innen, wie die Versorgung und der gesellschaftliche Umgang mit ihnen. Der Rundgang endet am Tapetenwerk in der Ausstellung. Die Ausstellung kann im Anschluss bis 18 Uhr kostenlos besucht werden. Treffpunkt: Eingang Kleinmesse, Cottaweg04177 Leipzig Ende des Rundgangs: Tapetenwerk, Halle C, Lützner Straße 91, 04177 Leipzig,  Veranstaltungsort: Lindenau Teilnahme kostenfrei, Anmeldung ist nicht erforderlich.

Vernissage und Ausstellung
Halle C01
Vernissage Do, 07. Mär 2024 17:00 Uhr
Pressegespräch Do, 07. Mär 2024 15:30 Uhr
Ausstellung 08. Mär 2024 - 12. Apr 2024

Öffnungszeiten:
Mi bis So 13:00 bis 18:00 Uhr
und nach Vereinbarung
Eintritt frei

Veranstaltende: 
Kooperative Berlin Kulturproduktion KBK e.V.


Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert. Ein Projekt der Bildungsagenda NS-Unrecht. Konzeption und Produktion: Kooperative Berlin Kulturproduktion KBK e. V.


Die Ausstellung in Leipzig bildet den Auftakt der Ausstellungstour. Im Anschluss gastiert sie vom 26. April bis 11. August 2024 im NS-DOK in Köln und vom 26. September bis 17. November 2024 auf Kampnagel in Hamburg.